Appell des Arbeitskreises Musik vom 19.10.2009
Posted: Donnerstag 22 Oktober 2009 | Author: tdomf_00b99 | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: AK Musik, Kürzung, Susanne Eisenmann | No Comments »Appell der Stuttgarter Musikinstitutionen, Stuttgart, den 19.10.2009
Bei einer aktuellen Krisensitzung des Stuttgarter Arbeitskreises Musik wurde folgende Stellungnahme formuliert, die bis jetzt schon von 37 Institutionen unterzeichnet
wurde.
Unsere Landeshauptstadt Stuttgart verfügt über eine außerordentliche Musikszene, die im Vergleich der Großstädte weit herausragt. Im Kultur- und Medienbericht der Stadt wird daher folgerichtig von einer “Hauptstadt der Musik”¹ gesprochen.
Dabei ist sowohl die enorme Breite der Musikpflege bemerkenswert (tausende von Stuttgartern sind in Chören und Orchestern aktiv) als auch die weltweite Ausstrahlung der hier ansässigen Spitzeninstitutionen.
Mit großer Sorge nehmen wir die im Zusammenhang mit dem Haushaltssicherungskonzept vorgeschlagenen Kürzungen und Streichungen im Musikbereich zur Kenntnis. Massive Einschränkungen mit teilweiser existenzbedrohender Auswirkung wären die Folge.
Wir sind uns bewusst, dass auch der Musikbereich einen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes leisten muss. Die vorgesehenen Extreme allerdings, nämlich die Komplettstreichungen von Zuschüssen oder überproportionale Kürzungen bei einigen Spitzeninstitutionen, halten wir für zerstörerisch. Dies gilt sowohl für die Identität und Ausstrahlungskraft der Kulturmetropole Stuttgart als auch für das besondere Beziehungsgeflecht der Institutionen und der Menschen, die mit ihnen verbunden sind.
Wir fordern die Verantwortlichen auf, auf die geplanten extremen Kürzungen und Streichungen Einzelner zu verzichten und zur Überbrückung der aktuellen Krise einen behutsamen Einsparungsrahmen von 5 bis 10 Prozent für alle einzuhalten. Außerdem appellieren wir an die Stadt, sich ihrer Kultur als besonderer Stärke bewusst zu sein und diese nicht nur zu fördern, sondern auch als Standortfaktor herauszustellen.
¹ (Dr. Susanne Eisenmann im Vorwort zum Kultur- und Medienbericht 2006/07)
im Namen des Arbeitskreises Musik
Gisela Lohmann
Leiterin

einen Kommentar schreiben