Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Bildung, Soziales und Kultur sind Zukunftsressourcen

Posted: Samstag 10 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik | Tags: , , | No Comments »

von: Dietrich Heißenbüttel

“Viel Beifall erhält ein Zuschauer, der fordert, dass die Bereiche Bildung, Soziales und Kultur gar nicht gekürzt werden dürften”, schreibt Michael Werner in der Stuttgarter Zeitung zur gestrigen Podiumsdiskussion im Württembergischen Kunstverein. Mehr Beifall von außerhalb der Veranstaltung! Offenbar haben viele Politiker noch nicht genügend erkannt, dass die Zeiten des Wirtschaftswachstums, die die fünfziger bis siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts charakterisiert haben, unwiderruflich vorbei sind.

Von der Automobilindustrie wird kein neuer Wachstumsschub ausgehen, und auch die Banken werden es nicht richten, sie haben gerade erst vorgeführt, wie sie selbst nur mit Hilfe von Steuergeldern überleben. In dieser Situation ist das Einzige, was einer Stadt in der Größe von Stuttgart helfen kann, wenn sie attraktiv bleibt. Das bleibt sie: wenn sie ihr hochwertiges kulturelles Programm nicht ausdünnt; wenn sie auch jungen Menschen Zukunftsaussichten eröffnet, und die eröffnen sich nur durch Bildung; und wenn der soziale Frieden gewahrt bleibt, was in Zeiten der Prosperität sicher leichter fällt als in Zeiten der knappen Kassen.
Wenn sie also nun bei ihren ohnehin immer knapp gehaltenen Kulturinstitutionen weitere Einsparungen vornehmen will; wenn sie nicht einmal mehr die Schulgebäude ordentlich in Stand hält; wenn sie bei Volkshochschule, Studi-Tickets und Unterstützung für Familien den Rotstift ansetzt, sind Abwärtsspiralen vorprogrammiert.
Es gibt eine Alternative, und die heißt: die Stadt lebenswert erhalten. Was das heißt, hat der Zuschauer der Diskussion richtig gesagt: An Kultur, Bildung und im Sozialbereich darf nicht gespart werden!

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