Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Kürzung…? nein: Streichung!!

Posted: Samstag 17 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , | 1 Comment »

Kahlschlag in der chormusik und im ehrenamtlichen Engagement
Eisenmann legt komplette Streichliste vor

Leserbrief von: Jacqueline von Manteuffel, 1.Vorsitzende Stuttgarter Oratorienchor

Für den Stuttgarter Oratorienchor ist es unfassbar, dass mit einem Federstrich die Existenzgrundlage einer über 160jährigen Musiktradition, die eng mit Stuttgart verbunden ist und zur Stadtgeschichte gehört, von Frau Dr. Eisenmann bedroht wird. Die lapidare Vermutung, der Chor könne ja durch andere Einnahmen die Förderung wett machen, klingt fast zynisch…wir leben von Eintrittspreisen (wenn wir diese erhöhen, kommen weniger Zuhörer), von Mitgliederbeiträgen (wenn wir diese drastisch erhöhen, bleiben Sänger weg) und einigen Privatleuten, die uns hin und wieder Spenden zukommen lassen. Die gesamte organisatorische und künstlerische Arbeit geschieht ehrenamtlich.

Immer wieder wird von der Stadt Stuttgart das Ehrenamt gelobt, das Engagement der Bürger gefordert – und da wo es geschieht und Bürger sich für eine lebendige Kultur in der Stadt einsetzen, da wird gestrichen. Wir bekamen bisher von der Stadt 13.000 EUR. Vergleichsweise wenig.

Wir sind uns im Vorstand einig, und denken, dass andere betroffene Chöre das ähnlich sehen: wir können nicht tatenlos hinnehmen, dass unser Engagement nicht nur nicht gewürdigt, sondern sogar zerstört werden soll. Frau Dr. Eisenmann, haben Sie sich schon einmal von der Qualität unserer musikalischen Arbeit überzeugt? Wo bleibt Ihr Verständnis für Kultur, für Tradition, für die Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit?

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One Comment on “Kürzung…? nein: Streichung!!”

  1. 1 Hans D. Christ said at 16:13 on 18th Oktober, 2009:

    Sehr geehrte Jacqueline von Manteuffel,

    ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie die Information über die Kürzungen hier veröffentlich haben. Es bedarf jetzt eines öffentlichen, solidarischen Auftretens seitens aller Kulturschaffender, bevor eines der reichsten Länder der Republik die Strukturen für eine kulturelle Grundversorgung und den zentralen und so wichtigen Anspruch auf kulturelle Bildung aufgibt. Die Aufgabe der kulturellen Grundversorgung kann in Stuttgart und BW im übrigen nicht mit der Krise begründet werden, sondern basiert ausschließlich auf einer falschen Prioritätensetzung in Hinblick auf die Wahl der Investitionsfelder.

    Liebe Grüße

    Hans D. Christ


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