Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Stadt Stuttgart. An die Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , , | 1 Comment »

von: Jan Löchte

Sehr geehrte Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Angesichts der geplanten Kürzungen im Kulturbereich möchte ich Ihnen dringend ans Herz legen, die zu erwartenden Auswirkungen auf die Spielräume einzelner Institutionen und des kulturellen Lebens in Stuttgart als Ganzem genau zu überdenken.
Auch wenn die geplanten Kürzungen von 5, bzw. 10 Prozent möglicherweise zunächst als vertretbar erscheinen, werden diese Kürzungen einschneidende und spürbare Auswirkungen haben, da nicht nur die Zuschüsse fehlen, sondern auch die Beantragung von Drittmitteln wegen des fehlenden Eigenanteils nicht mehr möglich ist. Das Künstlerhaus Stuttgart würde dann gar keine Ausstellungen mehr machen können, der Württembergische Kunstverein gerade noch zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr. Beides sind jedoch Häuser, die sich speziell mit der jüngeren, internationalen, zeitgenössischen Kunst befassen und sich auf diesem Sektor einen sehr guten Ruf weit über die Region Stuttgart hinaus erworben haben. Entsprechend würde ein derart großer Einschnitt in die Tätigkeit der beiden Häuser einen negativen Effekt auf den Ruf Stuttgarts im kulturellen Bereich nach sich ziehen. Ebenso würden die nicht unerheblichen Drittmittel auch nicht mehr bei Zulieferern, Händlern und Beschäftigten in der Region Stuttgart ankommen.

Die geplanten Kürzungen könnten also nicht mehr, wie in vergangen Jahren, als nach und nach immer weniger Zuschüsse im Vergleich zu den gestiegenen Kosten im Kulturbereich ankamen, durch ein erhöhtes Engagement ausgeglichen werden. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass gerade durch dieses Engagement jegliche Kultur erst möglich wird, schließlich sind die Verdienste im kulturellen Bereich oftmals eher gering, werden sie noch mit dem Aufwand verglichen, meist minimal. Es ist also der Idealismus, der viele Ausstellungen, Aufführungen, Konzerte und Projekte erst ermöglicht. Exemplarisch dafür ist die Aussage des Betreibers des Jazzclub Bix im LIFT: “Die Arbeit für den Club zeichnet sich ohnehin schon durch einen unglaublichen ehrenamtlichen Einsatz aus” (LIFT Stuttgart. Das Stadtmagazin 10/2009, S. 12). Für viele Betroffene wäre dann möglicherweise das Ende der Fahnenstange erreicht, da jede steigende Belastung irgendwann die eigenen Kräfte übersteigt.

Da ich selbst als freischaffender Künstler tätig bin, weiß ich das aus eigener Erfahrung. Bisher war das auch immer noch irgendwie tragbar. Sollte jedoch der kulturelle Bereich in Stuttgart derart austrocknen, wie es derzeit zu befürchten ist, gibt es für Leute wie mich keinen weiteren Grund zu bleiben. Da unsere Jobs auch immer wieder im Bereich der Kulturinstitutionen zu finden sind, wodurch wir einerseits von deren Wohlbefinden abhängen, andererseits deren Qualität durch eine hochqualifizierte Ausbildung und unser Engagement sichern, liegt es nahe, andere Orte aufzusuchen, an denen es zwar auch kein Geld gibt, an denen die Kultur jedoch dennoch mehr blüht, da sie nach Möglichkeiten gefördert und in ihrer Vielfalt als Wert geschätzt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Jan Löchte

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One Comment on “Stadt Stuttgart. An die Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien”

  1. 1 Mohammed said at 23:34 on 29th August, 2012:

    Hallo Thomas,wieder mal ein perfekter Beitrag. Ich freue mich immer aufs Training, ich muss da nie hin. Bin immer froh, nach der Arbeit die Zeit zu haben.Mag ich mal nicht, gehe ich auch nicht. Das ist dann eine egmialnie Unterbrechung, die gut tut. Da werden keine Wochen draus Und wenn mir BB ffcr eine Woche nicht gefe4llt, mache ich Ausdauer. 10 km joggen oder 1 Std. Spinning sind ein Traum.LG und weiter so.Christian[] Antwort vom August 10th, 2010 11:38:Hi Christian,ich bin da nicht so konsequent und ehr faul. Wenn ich nicht einen kleinen inneren Druck verspfchre, gehe ich auch nicht.Dann kommt das schlechte Gewissen und ich gehe doch.Auf ein stressfreies TrainingThomas[]


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