Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Stuttgart muss sparen

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , , , | No Comments »

Was soll an Kultur passieren?
von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 8.10.2009

Stuttgart – Wann hat man solche Sätze zum letzten Mal gehört? „Diese Kürzungen sind in keiner Weise hinnehmbar“ und „Was wir jetzt auf jeden Fall vermeiden müssen, ist ein Hauen und Stechen um die Gelder“. Aber auch: „Es gibt hier sehr viele avancierte Einrichtungen, die alle für sich stehen. Das hat mich stutzig gemacht. Worin besteht eigentlich die Kulturszene? Einen programmatischen Diskurs gibt es meiner Ansicht nach nicht.“

Sätze einer anderen Zeit? Sätze aus einer anderen Stadt? Nein, gesprochen werden sie in Stuttgart, formuliert und gehört werden sie in den Räumen des Württembergischen Kunstvereins im Kunstgebäude am Schlossplatz – mithin also an einem Ort, der sich, verbunden mit den Direktorennamen Uwe M. Schneede, Dieter Honisch und Tilman Osterwold, als Forum gesellschaftlicher Teilhabe von Kulturarbeit verstanden hat. Ein Podium unterschiedlicher Kulturvermittler ist versammelt – am Mittwochabend war es, „und vielleicht noch gerade rechtzeitig“, wie Petra von Olschowski es formuliert.

Die Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg findet sich in der Rolle der aktiven Moderatorin wieder: Fünf Millionen Euro will die Stadt Stuttgart 2010 im Kulturhaushalt einsparen, fünf Millionen Euro, die, geht es nach den Kulturschaffenden und Kulturvermittlern, nicht nach Prozentzahlen zu bemessen sind, sondern offen diskutiert werden sollen. „Die Frage ist“, so formuliert es Iris Dressler, Co-Direktorin des Kunstvereins, „was soll in Stuttgart an Kultur passieren?“
Aus dem Kunstverein und dem Künstlerhaus war der Anstoß gekommen, auf die angekündigten Kürzungen in selbstbewusster Offenheit zu reagieren. Dies ist, so der erste Eindruck von einem Abend, dem Xavier Zuber, Leitender Dramaturg der Staatsoper Stuttgart, und Christian Lorenz, Intendant der Bachakademie, entscheidende Impulse geben konnten, im ersten Anlauf unbedingt gelungen – den kritischen Fragen an das eigene Handeln sei Dank. Nein, es sind nicht mehr nur Erinnerungen – die Diskussion ist zurück in Stuttgart.

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