Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Landeskunstbeirat übergibt Empfehlungen an die Landesregierung

Posted: Freitag 13 November 2009 | Author: | Filed under: Downloads, Kulturpolitik | Tags: , | No Comments »

Quelle: Staatsministerium BW
Vorsitzender Prof. Elitz: Vielfalt und Vorbildcharakter des Kunstlandes Baden-Württemberg erhalten
Ministerpräsident Oettinger und Kunststaatssekretär Birk: Wichtige Impulse für eine Fortschreibung der Kunstkonzeption

(Download / Empfehlungen des Kunstbeirats der Landesregierung Baden-Württemberg
empfehlk
)

12.11.2009 „Die Förderung von Kunst und Kultur ist fester Bestandteil der Landespolitik. Sie ist keine freiwillige Aufgabe, sondern ein Auftrag der Landesverfassung an Land und Kommunen. Gerade bei angespannter Haushaltslage ist es wichtig, die Kulturpolitik weiterzuentwickeln und neue Perspektiven zu eröffnen.
Die Empfehlungen des Landeskunstbeirates leisten dazu einen wertvollen Beitrag“. Dies sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk anlässlich der Übergabe der Empfehlungen des Landeskunstbeirates am 12. November 2009 in Stuttgart.

Nach den Worten des Vorsitzenden des Landeskunstbeirates, Prof. Ernst Elitz, müssten sich die Empfehlungen des Kunstbeirates gerade in den Zeiten der Finanzknappheit in Bund, Ländern und Kommunen bewähren. „Die Empfehlungen setzen den Akzent auf dringende Zukunftsaufgaben wie die kulturelle und ästhetische Bildung in Verbindung mit Schulen sowie die Partizipation von Migrantinnen und Migranten am kulturellen Leben in Baden-Württemberg. Sie verweisen auf weitreichende Optimierungsmöglichkeiten im Management der kunstpolitischen Aktivitäten auf unterschiedlichen Ebenen“, sagte Elitz. Auch angesichts der Folgen der Finanzkrise seien Vielfalt und Vorbildcharakter des Kunstlandes Baden-Württemberg zu erhalten.

Oettinger und Birk betonten, der Landeskunstbeirat habe sich intensiv mit zahlreichen Aspekten der Kulturpolitik und des Kulturlebens in Baden-Württemberg auseinandergesetzt und insgesamt 20 Empfehlungen beschlossen. „Die Mitglieder des Landeskunstbeirates haben mit großer Sachkenntnis und hohem Einsatz gearbeitet. Wir werden die Empfehlungen, die die verschiedensten Aspekte der Kulturpolitik und des Kulturlebens betreffen, sehr sorgfältig prüfen. Die Empfehlungen des Landeskunstbeirats werden bei der anstehenden Fortschreibung der Kunstkonzeption des Landes Baden-Württemberg eine wichtige Rolle spielen“, erklärten Oettinger und Birk.

Bei der Fortschreibung der Kunstkonzeption aus dem Jahre 1990 werde die Landesregierung auf der Grundlage einer umfassenden Bestandsaufnahme die Handlungsfelder und Perspektiven für das kommende Jahrzehnt in den Blick nehmen. Neben spartenbezogenen Aussagen gehörten hierzu u. a. die Herausforderungen des digitalen Zeitalters, des demografischen Wandels und des veränderten Besucherverhaltens. Die Veröffentlichung sei für September 2010 geplant.

Birk hob hervor, dass erste Empfehlungen des Landeskunstbeirats bereits in die aktuelle politische Arbeit eingeflossen seien. Die kulturelle Bildung spiele dabei eine wichtige Rolle. „Die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kultureinrichtungen ist ein essenzieller Schwerpunkt in unserer Politik. Seit 2007 hat das Land bereits Mittel von ca. 420.000 Euro für innovative Projekte der Kooperation von Kultur- und Bildungseinrichtungen, insbesondere im Jugendtheaterbereich eingesetzt.“ Auf dem vom Kultusministerium veranstalteten Kongress „Vor allem Kultur!“ im Juli 2009 seien beispielhafte Best-Practice-Modelle vorgestellt worden. Der Bereich kulturelle Bildung solle auch einen Schwerpunkt bei der Fortschreibung der Kunstkonzeption bilden.

Einer weiteren wichtigen Empfehlung des Landeskunstbeirates sei auch bei der Provenienzforschung entsprochen worden. Das Land habe für die aktive Suche nach Erben von Eigentümern verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes 120.000 Euro bereitgestellt. Damit würden zwei Mitarbeiter finanziert, die die Kunstwerke überprüften, die zwischen 1933 und 1945 erworben, oder vor 1945 vollendet und bis heute erworben wurden. Die Überprüfung erfolge in der Staatsgalerie Stuttgart, dem Landesmuseum Württemberg, dem Badisches Landesmuseum und der Kunsthalle Karlsruhe.

Hinweis für die Redaktionen:

Der Landeskunstbeirat wurde auf Beschluss des Ministerrats vom 21. März 2006 für die Dauer von drei Jahren eingesetzt. Das Gremium hatte zur Aufgabe, die bestehende Kunst- und Kulturförderung zu bewerten sowie die Landesregierung bei der Gestaltung der künftigen Kunstförderung zu beraten. Die dem Gremium angehörenden unabhängigen Experten kommen aus verschiedenen Bereichen, nicht nur aus Baden-Württemberg.

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