Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Kommentar zu STZ “Heinz Dürr zu Stuttgart 21. Die Stadt sollte ihre Chance nutzen”

Posted: Freitag 16 Juli 2010 | Author: tdomf_00b99 | Filed under: Artikel, Stuttgart 21 | Tags: , | No Comments »

Die Stadt sollte ihre Chance nutzen … ein Kommentar zu Kommentar zum Artikel in der STZ “Heinz Dürr zu Stuttgart 21. Die Stadt sollte ihre Chance nutzen”STZ vom 16.07.2010.

Vielleicht erinnert sich Herr Dürr auch daran, dass die erste Vertragsvereinbarung hinter verschlossenen Türen zwischen DB, Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart unterzeichnet und erst NACHTRÄGLICH vom Gemeinderat der Stadt legitimiert wurde. So ging es schon mal los, ganz abgesehen von der Festlegung fiktiver Grundstückspreise (deren mögliche Differenz bei Erlös, Land und Stadt ausgleichen) und dem Fakt, dass Herr Schuster sein Wahlversprechen gebrochen hat, ein Bürgerbegehren zu zu lassen usw.usw.

Es geht hier auch nicht um die “Moderne”, denn die ist schon längst vorbei als solche und dies darüber hinaus, wenn man sich den städtebaulichen Entwurf ansieht (bzw. auch die damaligen Alternativen). Dieser Entwurf ist schon längst und mehr als überholt, da hat Herr Dürr allerdings wirklich Recht. Neben vielen anderen Gründen macht auch dieser Fakt die ganze Angelegenheit so frag- und kritikwürdig: denn was für ein “moderner” Stadtteil da heraus kommen wird, ist schon in seinen anfänglichen Bebauungen zu besichtigen. Und von welchem Flächenzugewinn reden wir eigentlich, denn dieser ergibt sich doch erst durch die Rechnung Tieferlegung minus “oben bleiben”. Das Stuttgart 21 Konsortium hat doch offensichtlich erhebliche Mühe bereits für die existierenden freien Flächen Investoren zu finden bzw. findet schon gar keine, denen die Umsetzung einer tatsächlich qualitätvollen Architektur zu zu trauen ist. Wer A sagt muss nicht bis Z gehen, eine Umkehr ist möglich, dies wäre wirklich eine “moderne”, nachhaltige und zeitgemäße Entscheidung ! Im übrigen auch für die Deutsche Bahn AG, die ja bereits mit ihrem Kerngeschäft zusehends überfordert ist. Das Projekt Stuttgart 21 wird diese Situation nicht verbessern, denn die Ursache für Zugverspätungen etc. ist beileibe nicht der Stuttgarter Kopfbahnhof. Das ganze System DB AG krankt als Folge der Privatisierungs- und Rationalisierungs”anstrengungen” – wohin dies führt, lässt sich in den USA und in Großbritannien beobachten. Und deshalb geht es beim Widerstand gegen dieses Projekt auch nicht darum, sehr geehrter Herr Dürr, dass die BürgerInnen zurück in das 19. Jahrundert wollen, sondern sie haben im Gegensatz zu Ihnen begriffen, dass in Nachhaltigkeit und in einem vernünftigen, volks- und lokalwirtschaftlich effizienten und schonenden Umgang mit Ressourcen – und die Stadt ist eine solche Ressource – die Zukunft liegt.

Social networks:
  • Print
  • email
  • PDF
  • RSS
  • Facebook
  • Twitter
  • FriendFeed
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Tumblr
  • Live
  • LinkArena
  • Yigg
  • NewsVine


einen Kommentar schreiben