Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Calders Skulptur, die Anarchie und das Drama

Posted: Dienstag 17 November 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , | 2 Comments »

Auf Einladung des Staatstheaters ging am Montagabend die Diskussion um Förderkürzungen im Kulturbereich weiter

Von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 17. November 2009

“Ich war mal optimistisch”, sagt Hans D. Christ, Co-Direktor des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, “und habe 75 Kopien mitgebracht – die sind ja wohl alle weg”. Für einen Moment ist am Montagabend im Stuttgarter Opernhaus das Lächeln desjenigen, der spürt, dass sich etwas tut, dass sich doch etwas bewegt in der laufenden Debatte um die Kürzungen im Kulturhaushalt der Landeshauptstadt. Knapp 100 Künstlerinnen und Künstler, Projektleiter und Verantwortliche großer und kleiner Einrichtungen sind gekommen, “um noch einmal alles zu versuchen”, wie es Ludger Hünnekens, Rektor der Staatlichen Kunstakademie, am Rande formuliert.
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Welch ein Trauerspiel!

Posted: Sonntag 1 November 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse | Tags: , , , | No Comments »

von: Peter Jakobeit, Kultur, Ausgabe November 2009

Schlimm genug, dass uns von Raffzähnen in Gestalt juristischer oder natürlicher Personen eine Wirtschaftskrise beschert wurde, deren Bemeisterung wir alle bezahlen dürfen. Nein, kaum ist das Spielfeld halbwegs repariert, werden in aller Öffentlichkeit bereits wieder die Tore aufgebaut, um das muntere Spielchen fortzusetzen. Aber, kleiner Unterschied zum Fußball, bitte ohne Schiedsrichter.
Die finanziellen Auswirkungen der Krise haben nun auch die bis vor kurzem reichste deutsche Großstadt, Stuttgart, erreicht. Die Sparmaßnahmen werden so langsam bekannt, vor wenigen Tagen wurde die »Giftliste« der Kulturverwaltung verschickt. Man fasst es kaum, was da der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
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Der große Kahlschlag. Von Stuttgart bis Leipzig: 2010 wird die Kultur womöglich kaputtgespart

Posted: Samstag 31 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , , , , , , | 1 Comment »

Von: Tobias Timm, in Die Zeit, 29.10.2009 (Jetzt auch online)

Es droht nichts Geringeres als der ganz große Kahlschlag. Im kommenden Jahr trifft es erst mal die fein verästelten Wurzeln: Die kleinen Kulturinitiativen in den Kommunen sollen kaputtgespart werden. Der Oratorienchor in Stuttgart zum Beispiel. Oder das dortige Künstlerhaus.
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Angekündigte Kürzungen im Kulturbereich sorgen in Stuttgart für Unruhe und Gegenwehr.

Posted: Freitag 23 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , , , | 2 Comments »

STUTTG braucht ART Künstler der baden-württembergischen Landeshauptstadt fürchten kulturpolitischen Kahlschlag
Von: Barbara Martin, Neues Deutschland, 23.10.2009

»Wenn die Sparmaßnahmen wie angekündigt kommen, werden wir unsere Ausstellungen von sechs auf zwei im Jahr reduzieren müssen.« Hans D. Christ, einer der Direktoren des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, hat bereits gerechnet. Einen Monat vor der Verabschiedung des städtischen Doppelhaushaltes 2010/2011 schlagen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die Wellen gerade im Kunst- und Kulturbereich hoch. Grund: Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) hat umfangreiche Kürzungen angekündigt.
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Für den Erhalt der einzigartigen Kunstvereinslandschaft

Posted: Dienstag 13 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Kulturpolitik | Tags: , , , , , | No Comments »

S t e l l u n g n a h m e
der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine zu den geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich
Jan Holten, Vorsitzender, Berlin, 12.10.2009

Im September kündigte die Stadt Stuttgart im Zuge der Haushaltskonsolidierung bis zu zehnprozentige Kürzungen der Zuschüsse für städtisch geförderte Kultureinrichtungen an. Betroffen sind u.a. der Württembergische Kunstverein und das Künstlerhaus Stuttgart. Beide Institutionen sehen sich damit – wie andere deutsche Kunstvereine derzeit auch – vor existentielle Probleme gestellt. Ohne eine adäquate kommunale Basisförderung lässt sich die in vieler Hinsicht herausragende Position der Kunstvereine – als Orte der künstlerischen Produktion und Innovation, des regionalen, aber auch internationalen kulturellen Austausches und des öffentlichen Diskurses sowie als Faktor, der Image und Bekanntheitsgrad von Stadt und Land erheblich steigert – nicht aufrechterhalten.
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Feine Verästelungen

Posted: Dienstag 13 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik | Tags: , , , , , , | No Comments »

Jeder, der mehrmals in seinem Leben umgezogen ist, weiß wie schwierig der Aufbau einer beruflichen Infrastruktur ist. Bis diese Basis auf soliden Füßen steht, vergehen meist Jahre. In Stuttgart sind es Künstlerhaus, WKV und Oberwelt die den zugezogenen Künstlern die Hand reichen. Es entstehen solide Verbindungen die zum Bleiben bewegen. Künstler die hier geblieben sind, schätzen Stuttgart als kreativen Ort und arbeiten für eine vielfältige Kunstszene.
Warum also behandelt die Stadtverwaltung diese Künstler so schäbig und schielt nach großen Namen die eben noch hier auch schon wieder weg sind? Warum werden Künstler als ewige Bittsteller gesehen die selbst nichts erwirtschaften? Gerade hier scheint die Wahrnehmung als besonders verschoben. Das Kulturamt (wo treten deren knapp 750 Mitarbeiter eigentlich in Erscheinung?) bekommt einen Teil der Zuschüsse in Form von Mieten wieder zurück. Arbeitsplätze werden davon bezahlt (auch die der Kulturamtsmitarbeiter, denn wo nichts ist, kann auch nichts verwaltet werden, also wird man auch über Kürzungen innerhalb der Verwaltung sprechen müssen!!!).
Bei den Künstlern selbst kommt die Förderung am ehesten in Form von zweckgebundenen Zuschüssen an. Sie tragen ihr Geld also wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück um ihre Ideen zu verwirklichen, indem sie Kataloge drucken lassen, Fotografen und Texter bezahlen oder Material einkaufen.
Das könnten sie natürlich auch woanders tun.
Fragt sich nur wohin die ganzen Arbeitslosen der Autoindustrie dann hingehen sollen.
Am besten zuhause bleiben und in die Röhre gucken.


Stuttgart muss sparen

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , , , | No Comments »

Was soll an Kultur passieren?
von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 8.10.2009

Stuttgart – Wann hat man solche Sätze zum letzten Mal gehört? „Diese Kürzungen sind in keiner Weise hinnehmbar“ und „Was wir jetzt auf jeden Fall vermeiden müssen, ist ein Hauen und Stechen um die Gelder“. Aber auch: „Es gibt hier sehr viele avancierte Einrichtungen, die alle für sich stehen. Das hat mich stutzig gemacht. Worin besteht eigentlich die Kulturszene? Einen programmatischen Diskurs gibt es meiner Ansicht nach nicht.“
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Stadt Stuttgart. An die Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , , | 1 Comment »

von: Jan Löchte

Sehr geehrte Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Angesichts der geplanten Kürzungen im Kulturbereich möchte ich Ihnen dringend ans Herz legen, die zu erwartenden Auswirkungen auf die Spielräume einzelner Institutionen und des kulturellen Lebens in Stuttgart als Ganzem genau zu überdenken.
Auch wenn die geplanten Kürzungen von 5, bzw. 10 Prozent möglicherweise zunächst als vertretbar erscheinen, werden diese Kürzungen einschneidende und spürbare Auswirkungen haben, da nicht nur die Zuschüsse fehlen, sondern auch die Beantragung von Drittmitteln wegen des fehlenden Eigenanteils nicht mehr möglich ist. Das Künstlerhaus Stuttgart würde dann gar keine Ausstellungen mehr machen können, der Württembergische Kunstverein gerade noch zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr. Beides sind jedoch Häuser, die sich speziell mit der jüngeren, internationalen, zeitgenössischen Kunst befassen und sich auf diesem Sektor einen sehr guten Ruf weit über die Region Stuttgart hinaus erworben haben. Entsprechend würde ein derart großer Einschnitt in die Tätigkeit der beiden Häuser einen negativen Effekt auf den Ruf Stuttgarts im kulturellen Bereich nach sich ziehen. Ebenso würden die nicht unerheblichen Drittmittel auch nicht mehr bei Zulieferern, Händlern und Beschäftigten in der Region Stuttgart ankommen.
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Aufforderung an die Kulturpolitik

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , | 1 Comment »

Von: Michael Wackwitz
gerade komme ich von der Podiumsdiumsdiskusion, die im Württembergischen Kunstverein Stuttgart stattfand zurück und möchte mich auf diesem Weg an diejenigen wenden, die für die Kürzungen im Kulturbereich verantwortlich sind. Das Künstlerhaus Stuttgart ist eine Einrichtung, dessen Bedeutung zu Unrecht oft unterschätzt wird. Ich betreue dort die Grafikwerkstatt im Bereich der Lithografie (Steindruck). Diese Werkstätten gehören zu den wenigen Orten, in denen historische Drucktechniken gepflegt werden. Die Bedeutung und Vermittlung alter Drucktechniken sollte Ihnen nicht unbekannt sein. Wer Abschied von seiner Vergangenheit nimmt, kommt mit der Gegenwart und Zukunft nicht zurecht.
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Also doch – Geld schießt Kunst-Tore

Posted: Donnerstag 1 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 1.10.2009

In Stuttgart stehen der Württembergische Kunstverein und das Künstlerhaus nach Kürzungsankündigungen vor dem Aus. Zehn Prozent will die Stadt Stuttgart bei allen Kultureinrichtungen sparen, die mehr als 400 000 Euro Förderung erhalten. Damit sind jene Gelder in Gefahr, die im Württembergischen Kunstverein und im Künstlerhaus Stuttgart für Ausstellungen zur Verfügung stehen.

Schießt Geld Tore? Darüber wird unter Ballsportfreunden gerne gestritten. Einer, der indes unverdächtig ist, das flott Teure zu lieben, bejaht diese Frage klar und laut: Rolf Brack, Trainingswissenschaftler an der Universität Stuttgart und als so harter wie erfolgreicher Talentförderer bekannter Trainer des Handballbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten. Sein Umkehrschluss: Ohne Geld gerät man eilends an die Grenzen des Möglichen und des Machbaren. Bracks Position erinnert an ein Wort des verstorbenen Stuttgarter Galeristen Hans-Jürgen Müller. Vordenker auch der Zukunftswerkstatt Mariposa war Müller – und Fußballexperte. Eine Doppelrolle wie geschaffen für die Aussage, er lese in einer Tageszeitung erst dann wieder einen Text über Kunst, “wenn er so spannend geschrieben ist wie eine gute Fußballreportage”.
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