Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Welch ein Trauerspiel!

Posted: Sonntag 1 November 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse | Tags: , , , | No Comments »

von: Peter Jakobeit, Kultur, Ausgabe November 2009

Schlimm genug, dass uns von Raffzähnen in Gestalt juristischer oder natürlicher Personen eine Wirtschaftskrise beschert wurde, deren Bemeisterung wir alle bezahlen dürfen. Nein, kaum ist das Spielfeld halbwegs repariert, werden in aller Öffentlichkeit bereits wieder die Tore aufgebaut, um das muntere Spielchen fortzusetzen. Aber, kleiner Unterschied zum Fußball, bitte ohne Schiedsrichter.
Die finanziellen Auswirkungen der Krise haben nun auch die bis vor kurzem reichste deutsche Großstadt, Stuttgart, erreicht. Die Sparmaßnahmen werden so langsam bekannt, vor wenigen Tagen wurde die »Giftliste« der Kulturverwaltung verschickt. Man fasst es kaum, was da der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
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Feine Verästelungen

Posted: Dienstag 13 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik | Tags: , , , , , , | No Comments »

Jeder, der mehrmals in seinem Leben umgezogen ist, weiß wie schwierig der Aufbau einer beruflichen Infrastruktur ist. Bis diese Basis auf soliden Füßen steht, vergehen meist Jahre. In Stuttgart sind es Künstlerhaus, WKV und Oberwelt die den zugezogenen Künstlern die Hand reichen. Es entstehen solide Verbindungen die zum Bleiben bewegen. Künstler die hier geblieben sind, schätzen Stuttgart als kreativen Ort und arbeiten für eine vielfältige Kunstszene.
Warum also behandelt die Stadtverwaltung diese Künstler so schäbig und schielt nach großen Namen die eben noch hier auch schon wieder weg sind? Warum werden Künstler als ewige Bittsteller gesehen die selbst nichts erwirtschaften? Gerade hier scheint die Wahrnehmung als besonders verschoben. Das Kulturamt (wo treten deren knapp 750 Mitarbeiter eigentlich in Erscheinung?) bekommt einen Teil der Zuschüsse in Form von Mieten wieder zurück. Arbeitsplätze werden davon bezahlt (auch die der Kulturamtsmitarbeiter, denn wo nichts ist, kann auch nichts verwaltet werden, also wird man auch über Kürzungen innerhalb der Verwaltung sprechen müssen!!!).
Bei den Künstlern selbst kommt die Förderung am ehesten in Form von zweckgebundenen Zuschüssen an. Sie tragen ihr Geld also wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück um ihre Ideen zu verwirklichen, indem sie Kataloge drucken lassen, Fotografen und Texter bezahlen oder Material einkaufen.
Das könnten sie natürlich auch woanders tun.
Fragt sich nur wohin die ganzen Arbeitslosen der Autoindustrie dann hingehen sollen.
Am besten zuhause bleiben und in die Röhre gucken.