Kulturpolitisches Forum für Stuttgart

Stuttgart muss sparen

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , , , | No Comments »

Was soll an Kultur passieren?
von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 8.10.2009

Stuttgart – Wann hat man solche Sätze zum letzten Mal gehört? „Diese Kürzungen sind in keiner Weise hinnehmbar“ und „Was wir jetzt auf jeden Fall vermeiden müssen, ist ein Hauen und Stechen um die Gelder“. Aber auch: „Es gibt hier sehr viele avancierte Einrichtungen, die alle für sich stehen. Das hat mich stutzig gemacht. Worin besteht eigentlich die Kulturszene? Einen programmatischen Diskurs gibt es meiner Ansicht nach nicht.“
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Stadt Stuttgart. An die Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Aktivitäten, Artikel, Kulturpolitik, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , , | 1 Comment »

von: Jan Löchte

Sehr geehrte Mitglieder des Ausschuss für Kultur und Medien

Angesichts der geplanten Kürzungen im Kulturbereich möchte ich Ihnen dringend ans Herz legen, die zu erwartenden Auswirkungen auf die Spielräume einzelner Institutionen und des kulturellen Lebens in Stuttgart als Ganzem genau zu überdenken.
Auch wenn die geplanten Kürzungen von 5, bzw. 10 Prozent möglicherweise zunächst als vertretbar erscheinen, werden diese Kürzungen einschneidende und spürbare Auswirkungen haben, da nicht nur die Zuschüsse fehlen, sondern auch die Beantragung von Drittmitteln wegen des fehlenden Eigenanteils nicht mehr möglich ist. Das Künstlerhaus Stuttgart würde dann gar keine Ausstellungen mehr machen können, der Württembergische Kunstverein gerade noch zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr. Beides sind jedoch Häuser, die sich speziell mit der jüngeren, internationalen, zeitgenössischen Kunst befassen und sich auf diesem Sektor einen sehr guten Ruf weit über die Region Stuttgart hinaus erworben haben. Entsprechend würde ein derart großer Einschnitt in die Tätigkeit der beiden Häuser einen negativen Effekt auf den Ruf Stuttgarts im kulturellen Bereich nach sich ziehen. Ebenso würden die nicht unerheblichen Drittmittel auch nicht mehr bei Zulieferern, Händlern und Beschäftigten in der Region Stuttgart ankommen.
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Kürzungen: Jeder bekommt was er verdient.

Posted: Donnerstag 8 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel | Tags: , , , , | 6 Comments »

Von: Axel Kopp
Die grundsätzliche Frage, ob man es hinnehmen darf, wenn der Kulturhaushalt um fünf Millionen Euro gekürzt wird, will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Ich gehe stattdessen davon aus, dass man es akzeptieren muss. Soviel dazu, nun zum eigentlichen Anliegen.
1. Petra von Olschowski hat in der Podiumsdiskussion die These aufgeworfen, dass man bei den Theatern die Zuschüsse nicht kürzen werde, weil sonst die Zuschauer und die Presse erheblichen öffentlichen Druck ausüben würden – bei Kunsteinrichtungen sei das nicht der Fall. Wenn es also, überspitzt formuliert, den Stuttgartern Bürgern egal ist, ob die Existenz des WKV und anderen Einrichtungen auf dem Spiel steht, muss doch auch die Frage gerechtfertigt sein: Hat die Politik da vielleicht im Sinne der Bürger gehandelt und an der richtigen Stelle gekürzt? Oder warum sonst gelingt es diesen Einrichtungen nicht, ihre Besucher zu mobilisieren? An den fehlenden Kooperationen scheint es ja nicht zu liegen. Wo ich auch schon beim zweiten Punkt wäre.
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Also doch – Geld schießt Kunst-Tore

Posted: Donnerstag 1 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 1.10.2009

In Stuttgart stehen der Württembergische Kunstverein und das Künstlerhaus nach Kürzungsankündigungen vor dem Aus. Zehn Prozent will die Stadt Stuttgart bei allen Kultureinrichtungen sparen, die mehr als 400 000 Euro Förderung erhalten. Damit sind jene Gelder in Gefahr, die im Württembergischen Kunstverein und im Künstlerhaus Stuttgart für Ausstellungen zur Verfügung stehen.

Schießt Geld Tore? Darüber wird unter Ballsportfreunden gerne gestritten. Einer, der indes unverdächtig ist, das flott Teure zu lieben, bejaht diese Frage klar und laut: Rolf Brack, Trainingswissenschaftler an der Universität Stuttgart und als so harter wie erfolgreicher Talentförderer bekannter Trainer des Handballbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten. Sein Umkehrschluss: Ohne Geld gerät man eilends an die Grenzen des Möglichen und des Machbaren. Bracks Position erinnert an ein Wort des verstorbenen Stuttgarter Galeristen Hans-Jürgen Müller. Vordenker auch der Zukunftswerkstatt Mariposa war Müller – und Fußballexperte. Eine Doppelrolle wie geschaffen für die Aussage, er lese in einer Tageszeitung erst dann wieder einen Text über Kunst, “wenn er so spannend geschrieben ist wie eine gute Fußballreportage”.
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Podium „Keine avancierte Kunst in Stuttgart?“

Posted: Donnerstag 1 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Termine | Tags: , , , , , , , | No Comments »

7. Oktober 2009, 20 Uhr
Ort: Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2
Veranstalter: Künstlerhaus Stuttgart und Württembergischer Kunstverein

Es gibt in Stuttgart, in der Landeshauptstadt eines der reichsten Bundesländer Deutschlands, nur zwei Ausstellungsinstitutionen, die sich dezidiert der zeitgenössischen Kunst widmen und mit ihrem avancierten Programm nicht nur auf lokaler und regionaler, sondern auch auf internationaler Ebene seit Jahrzehnten hoch geschätzt werden: den Württembergischen Kunstverein und das Künstlerhaus Stuttgart. Aufgrund der derzeitigen Kürzungsvorhaben der Stadt Stuttgart im Kulturbereich, steht ihre Existenz nun auf dem Spiel. Die dramatische Situation ist Ergebnis von bereits seit Jahrzehnten schwindender öffentlicher Zuschüsse. Bereits heute wirtschaften die beiden Institutionen, wie viele andere Einrichtungen im Kulturbereich, mit einem Minimum an Personal. Die Zuschüsse decken längst nicht mehr die Fixkosten, obwohl diese auf die unterste Grenze zurückgeschraubt wurden, und das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist nur über Drittmittel, die kaum Planungssicherheit bieten, zu realisieren. Vor dem Hintergrund dieser prekären Situation, würden jegliche weiteren Kürzungen, auch wenn ihr Umfang zunächst noch so moderat erscheint, eine Fortsetzung der Programmarbeit unmittelbar gefährden und eine irreparable Lücke in der städtischen Kulturlandschaft hinterlassen. [...] »


Zu den geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich und deren Auswirkungen auf die zeitgenössische Kunst in der Landeshauptstadt

Posted: Donnerstag 1 Oktober 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , | No Comments »

Von: Künstlerhaus Stuttgart und Württembergischer Kunstverein

Es gibt in Stuttgart, in der Landeshauptstadt eines der reichsten Bundesländer Deutschlands, nur zwei Ausstellungsinstitutionen, die sich dezidiert der zeitgenössischen Kunst widmen und mit ihrem avancierten Programm nicht nur auf lokaler und regionaler, sondern auch auf internationaler Ebene seit Jahrzehnten hoch geschätzt werden: den Württembergischen Kunstverein und das Künstlerhaus Stuttgart.

Aufgrund der derzeitigen Kürzungsvorhaben der Stadt Stuttgart im Kulturbereich, steht ihre Existenz nun auf dem Spiel. Die dramatische Situation ist Ergebnis von bereits seit Jahrzehnten schwindender öffentlicher Zuschüsse. Bereits heute wirtschaften die beiden Institutionen, wie viele andere Einrichtungen im Kulturbereich, mit einem Minimum an Personal. Die Zuschüsse decken längst nicht mehr die Fixkosten, obwohl diese auf die unterste Grenze zurückgeschraubt wurden, und das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist nur über Drittmittel, die kaum Planungssicherheit bieten, zu realisieren. Vor dem Hintergrund dieser prekären Situation, würden jegliche weiteren Kürzungen, auch wenn ihr Umfang zunächst noch so moderat erscheint, eine Fortsetzung der Programmarbeit unmittelbar gefährden und eine irreparable Lücke in der städtischen Kulturlandschaft hinterlassen. [...] »


Zur Situation des Württembergischen Kunstvereins

Posted: Mittwoch 30 September 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , | 673 Comments »

im Hinblick auf die geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich

Stand: 30. September 2009

Mit seinen rund 3.000 Mitgliedern und einer Ausstellungsfläche von 2.000 qm zählt der Württembergische Kunstverein zu den größten Kunstvereinen Deutschlands. 1827 gegründet, ist er zudem einer der ältesten.

Der Kunstverein hat in den letzten Jahren nicht nur an lokaler und regionaler Bedeutung gewonnen, sondern sich mit Ausstellungen wie Stan Douglas, Anna Oppermann, Noh Suntag, Postcapital oder Subversive Praktiken an die Spitze internationaler Institutionen für zeitgenössische Kunst bewegt. Dies zeigt sich nicht nur an seiner regelmäßigen Präsenz in der nationalen wie internationalen Presse, sondern auch darin, dass seine Ausstellungen zunehmend von anderen Institutionen in Städten wie Hamburg, Wien, Barcelona, Budapest, Seoul und Peking übernommen werden. 2009 war der Kunstverein zudem an der Koproduktion von Postcapital für die Biennale von Venedig (katalanischer Pavillon) beteiligt. [...] »


Stellungnahme zu den geplanten Kürzungen der Stadt Stuttgart im Kulturbereich

Posted: Dienstag 22 September 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Situation in den Kultureinrichtungen | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Positionspapier an die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Medien Stuttgart
von: Württembergischer Kunstverein und Künstlerhaus Stuttgart

Stuttgart, 22. September 2009

Zur allgemeinen Situation

Am 7. September 2009 erhielten eine Reihe städtisch geförderter Kultureinrichtungen der Stadt Stuttgart ein allgemeines Anschreiben der Kulturbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann, das ihren im Zuge der Haushaltkonsolidierung konzipierten Plan zur Kürzung der städtischen Zuschüsse im Kulturbereich erläutert: Von einigen Ausnahmen abgesehen, sollen alle Kulturinstitutionen, die bislang einen städtischen Zuschuss von über 400.000 Euro erhalten, um 10 % gekürzt werden, die anderen um 5 %. Dieses Kürzungsvorhaben soll am 18. Dezember 2009 vom Gemeinderat beschlossen werden. [...] »


Leuchttürme in Not

Posted: Montag 21 September 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Kulturpolitik, Presse | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

THEMA: In Stuttgart droht den zentralen Kultureinrichtungen das Aus
von: Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachricheten, 21.09.2009

Kulturschaffende sind finanzielles Ungemach gewöhnt. Noch nie stimmten der gesellschaftliche Anspruch an die Theater, Museen, Musiker, Filmkunst- und Literaturhäuser mit der Realität der finanziellen Förderung überein. Ein trotzig-mutiges Dennoch gehört also zur Kulturarbeit dazu, umso mehr, als sich die Öffentlichkeit – also wir alle – nur wenig Gedanken darüber macht, unter welchen Bedingungen etwa Theaterstücke auf die Bühne kommen oder Ausstellungen erarbeitet werden. Noch weniger aber beschäftigt uns, welche Kosten tatsächlich für die künstlerischen Produktionen zur Verfügung stehen. Daran mag die Landeshauptstadt Stuttgart gedacht haben, als sie jüngst über ihre Kulturbürgermeisterin einen Brief mit einer einfachen Botschaft verschicken ließ.
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Kein Geld für Ausstellungen. Gegenwart ist auch eine Kunst

Posted: Dienstag 15 September 2009 | Author: | Filed under: Artikel, Presse | Tags: , , , , | 1 Comment »
Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten,  15.09.2009
Stuttgart – Zehn Prozent will die Stadt Stuttgart bei allen Kultureinrichtungen sparen, die mehr als 400 000 Euro im Jahr Förderung erhalten. Damit sind genau jene Gelder in Gefahr, die etwa im Württembergischen Kunstverein und im Künstlerhaus Stuttgart für Ausstellungen zur Verfügung stehen.

Noch ist es ruhig. Bald aber werden sich hier die Besucher drängen. So erhofft es sich das Land. Der Aufwand ist schließlich immens – pünktlich für die Eröffnung der Großen Landesausstellung zum Leben in der Eiszeit an diesem Freitagabend sind im Stuttgarter Kunstgebäude am Schlossplatz aufwendige Umbauten abgeschlossen worden. Silberfarben glänzt im ehemaligen Raum I eine plastische Linienfigur. Doch keine Skulptur ist zu bestaunen, auch kein versteckter künstlerischer Eingriff. Schlicht eine Verkaufstheke ist es, fest eingebaut und für kühle Tage auch mit einer Innenheizung versehen. Spektakulär nennt man solche Empfangssituationen heute gerne, und spektakulär im besten Sinne wird fraglos auch die vom Archäologischen Landesmuseum erarbeitete Begegnung mit der faszinierenden Eiszeit-Welt werden. Stutzig aber macht, welche Fakten hier geschaffen werden. Glaubte man mit dem Auszug der Städtischen Galerie in den Kunstmuseums-Neubau die Binnenverwerfungen im Kunstgebäude beendet, zementiert dessen jüngster Umbau buchstäblich die repräsentative Nutzung. Die Rolle als Bühne der Großen Landesausstellungen kollidiert indes mit den Interessen des angestammten Württembergischen Kunstvereins. Grundsätzlicher noch: Sie kollidiert mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart. [...] »